Das Herz des Menschen

 

Tempel GOTTES oder Wirkungsstätte Teufels
(1. Johannes 3,4-10)

Wer regiert in meinem Herzen? Manch einer mag sagen, dass er selbst der Herr in seinem Leben ist. Stimmt das aber wirklich? Jesus Christus sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.“ (Johannes 8,34) Seien wir mal ehrlich: Wie viele Menschen wollen vom Rauchen, Alkohol, Porno-Konsum oder auch Nachtragen, von Empfindlichkeiten u.a. loskommen oder sind an sonstige Sünden gebunden und merken es vielleicht noch nicht einmal. Ist das aber wahre Freiheit oder nicht vielmehr eine Gebundenheit? Jesus hingegen verspricht uns: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ (Johannes 8,36) In dem Werk „Das Herz des Menschen“ mit Bildern und erklärendem Text von Johannes Goßner (1773 – 1858) wird auf einfache Weise aufgezeigt, wie es im Herzen des Menschen aussieht, wobei zentrale und wichtige geistliche Grundwahrheiten vermittelt werden. So wird klargestellt, dass man ohne Buße und Bekehrung der ewigen Verdammnis entgegengeht – auch wenn es der angeblich „kluge“ Mensch von heute nicht mehr wahrhaben will. Aber auch, dass ein geheiligter Lebenswandel im Gehorsam Gottes Wort gegenüber notwendig ist, weil sonst die Gefahr der Lauheit besteht, die sogar im Abfall vom Glauben enden kann – auch wenn man äußerlich noch fromm tun mag. Leider sind aber selbst in christlichen Kreisen schon vielfach diese wichtigen Grundwahrheiten verdrängt worden und haben einer dem Zeitgeist angepassten Lehre Platz gemacht. Wir leben heute in einer Zeit der zunehmenden geistlichen Lauheit, wie es in der Bibel für die Zeit vor Jesu Wiederkommen vorausgesagt wurde. In Offenbarung 3,14-22 heißt es: „Dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“ Wie es Jesus hier sagte, so gilt es auch für uns heute: Jesus steht vor unserer Herzenstür und klopft an. Wohl dem Menschen, der sein Herz von aller Art Sünde reinigen lässt und Jesus Christus als Herrn und Heiland in sein Leben aufnimmt! Es mag befremdlich sein, wenn in diesem Werk von „Todsünden“ die Rede ist – zumal jede Sünde von Gott trennt und zum Tod führt, wie es Gottes Wort sagt: „Eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet.“ (Jesaja 59,2) „Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Römer 6,23) Vor allem ist letztlich die Ablehnung Gottes die „Hauptsünde“. Liest man aber weiter, so erkennt man, dass die Todsünden den geistlichen Früchten gegenübergestellt werden, welche das genaue Gegenteil darstellen. Jesus sagte dazu: „Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen.“ (Johannes 15,2) Und was passiert mit den weggenommenen Reben? Einige Verse weiter heißt es: „Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen.“ (Johannes 15,6) Die Darstellung mit „Todsünden” ist schon fast zu milde, denn wie die meisten Pharisäer zur Zeit Jesu auf Einhaltung der Gesetze achteten und somit keine direkten „Todsünden“ begingen und trotzdem nicht vor Gott bestehen konnten, so kann es auch bei uns sein: Es fehlen die Früchte, wobei die Hauptfrucht die Liebe ist. Darum sagte auch Jesus über das höchste Gebot: „’Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.’ Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.’ In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.” (Matthäus 22,37-40) Wer das Werk „Das Herz des Menschen“ liest, wird darin klar die Notwendigkeit von wahrer Buße, Bekehrung und ganzer Hingabe an Jesus Christus sowie dem daraus resultierenden geheiligten Lebenswandel erkennen – aber auch die Gefahr der Lauheit, wieder vom Glauben abzufallen! Dies erinnert an die Forderung des Bußpredigers Johannes des Täufers: „Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße! Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Matthäus 3,8+10) Buße hat mit einer totalen inneren Neuausrichtung hin zu Gott und auch dem Hervorbringen von Früchten zu tun, also mit einem geheiligten Lebenswandel im Gehorsam Gott gegenüber. Fehlen Gehorsam sowie der engste Kontakt mit Jesus Christus und die daraus resultierenden Früchte (siehe Johannes 15.1-8), so nützt alles äußerlich fromme Verhalten ‒ z.B. Kirchgänge ‒ nichts! Ja, man kann sogar im Namen Jesu predigen und geht trotzdem verloren. Jesus warnt daher: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!“ (Matthäus 7,21-23) In der Zeit, als dieses Werk entstand, war die Forderung nach Tugendhaftigkeit sogar noch in der sogenannten „Welt“ verbreitet, und Anstand, Keuschheit, gute Manieren etc. gehörten noch zum „guten Ton“ (man denke nur an „Anstandsdamen“, an den „Gentleman“ u.v.m.). Schaut man sich aber heute um, kann man nur mit Erschrecken den tiefen Fall der Gesellschaft erkennen. Leider blieb es aber nicht dabei, denn dieser Trend zur sinkenden Moral und Sünde schlich sich auch zunehmend in christliche Kreise ein. Waren damals noch gewisse Verhaltensregeln selbst in der Welt gefordert, so gibt es sogar in christlichen Kreisen heute kaum mehr Leitlinien und klare biblische Lehren, an denen sich Christen orientieren können. Man braucht sich nur die Fragestellungen in Seelsorgeanfragen aus den verschiedensten christlichen Kreisen anzusehen, um zu erkennen, wie haltlos viele Christen angesichts mangelnder klarer Lehre geworden sind. Viele Christen spüren innerlich, was Gott letztlich will – aber weil die Lehre in der Gemeinde nichts oder gar Falsches zu dem Thema sagt, sind sie irritiert. Und damit sind wir wieder bei der bereits beschriebenen Laodizea-Gemeinde mit ihrer Lauheit. Wir erleben somit um uns herum den Zustand, den Jesus voraussagte. Es tut somit mehr als not, wieder biblische Maßstäbe anzulegen, diese zu verdeutlichen und die Christenheit zu einem Leben nach Gottes Wohlgefallen und zu Seiner Ehre zurückzuführen! Möge diese E-Book-Auflage von „Das Herz des Menschen“ hierzu eine Hilfe sein und vielen Menschen zum Nachdenken und letztlich zu einem geistlichen und fruchtbaren Leben in engster Gemeinschaft mit Jesus Christus verhelfen!

J.R.Gschwend